Protracted Default

Ist der Protracted Default für Sie wichtig und wofür wird er überhaupt benötigt?

Unter Protracted Default versteht den so genannten einfachen Nichtzahlungstatbestand.

Bekannt ist der Begriff vorrangig aus der gewerblichen Kreditversicherung, die generell das Insolvenzrisiko eines Abnehmers besichert. Für den Fall, dass der Abnehmer schlicht einfach nicht zahlt (weil er beispielsweise nicht kann) ist die Vereinbarung des Protracted Default innerhalb der Versicherung nützlich, um dem Versicherungsnehmer zu ermöglichen, auch vor Eröffnung eines Insolvenzverfahren des Abnehmers entschädigt zu werden.

Anders ausgedrückt:
Bei einer Kreditversicherung mit Vereinbarung des Protracted Default tritt der Versicherungsfall nicht erst mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens über den Abnehmer, sondern bereits bei Zahlungsverzug ein. Ein objektiver Nachweis der Zahlungsunfähigkeit ist damit nicht erforderlich.

Euler Hermes formuliert das für den Bund in den Allgemeinen Bedingungen zur APG so:

Nichtzahlungsfall – Protracted Default

Uneinbringlichkeit infolge wirtschaftlicher Umstände ist auch dann anzunehmen, wenn die gedeckte Forderung 6 Monate nach ihrer Fälligkeit nicht erfüllt worden ist und der Gewährleistungsnehmer die nach den Regeln der kaufmännischen Sorgfalt erforderlichen Maßnahmen zur Einziehung der gedeckten Forderung ergriffen hat.

Mit welchen Fristen können Sie da rechnen?

Als übliche Frist für einen Zahlungsverzug, der dann den Fall des Protracted Default erlaubt, gilt nach allgemeiner Marktübung ein Zeitraum von 180 Tagen nach Fälligkeit der Forderung. Die Versicherer haben aber jeweils recht individuelle Definitionen der Auslegung des Nichtzahlungstatbestandes. So mögen anschließende oder ggfls. sogar vorherige Einleitungen von qualifizierten Inkassomaßnahmen erforderlich sein. Dies ergibt sich im Einzelfall aber jeweils aus den Versicherungsbedingungen.

Aber:
Ganz wichtig ist, dass selbstverständlich nur einredefreie Forderungen unter den Protracted Default fallen können. Wenn der Abnehmer also z.B. die ordnungsgemäße Lieferung und/oder Leistung bestreitet, können keine Ansprüche aus dem Nichtzahlungstatbestand hergeleitet werden. 

Und wo liegt der eindeutige Vorteil für Sie?

Der Vorteil der Vereinbarung einer Protracted Default Klausel in den Versicherungsbedingungen ist für den Versicherungsnehmer eindeutig. Andernfalls müsste er die teilweise zeitlich evtl. verzögerte Insolvenzantragstellung des Kunden abwarten oder kann (wie dies beispielsweise im Ausland häufiger vorkommen kann) einen geeigneten Nachweis für die Insolvenz seines Kunden gar nicht beibringen. Gerade bei Unternehmen im Exportgeschäft sollte daher keine Kreditversicherung ohne den Protracted Default ausgestaltet sein. Hier helfen qualifizierte Makler der Kreditversicherung bei der Ausgestaltung hierzu passender Versicherungsbedingungen.

Noch Fragen? Sie können mich gerne jederzeit auf die Dinge ansprechen.

Ihr kompetenter Partner

Reiner Jahn
Reiner Jahn

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